Bodendenkmäler zwischen Schwerin und Hagenow2018-08-30T16:12:37+00:00

Exkursion – Bodendenkmäler zwischen Schwerin und Hagenow

Archäologische Gesellschaft für Mecklenburg und Vorpommern e. V.

Bodendenkmäler zwischen Schwerin und Hagenow

Fahrradtour

Gesamtstrecke: 76 km

Start/Ziel: Schwerin / Hagenow
Gut ausgebaute Radwege oder Straßen mit leichtem bis mäßigem Verkehr, steigungsarm.

Download Flyer

1. Hügelgrab bei Groß Rogahn

Foto: R. Schulze

Von Schwerin (Hauptbahnhof/Fahrradverleih) über den ausgeschilderten Radweg 9 am Schloss vorbei, durch den Schlossgarten, vorbei am Ostorfer See Richtung Neumühle. Nach der Brücke über die Ortsumgehung nach rechts (Radweg) abbiegen. Über Wittenförden, Klein und Groß Rogahn erreichen Sie Stralendorf. Vor Stralendorf, kurz vor einem Einzelhof, befindet sich 300 m links von der Straße ein großes, gut erhaltenes Hügelgrab. Den Acker bitte in der Vegetationszeit nicht betreten!

2. Großsteingrab bei Strahlendorf

Foto: R. Schulze

In Strahlendorf am Ortsende rechts in den Gartenweg einbiegen. Direkt vor dem Fabrikgelände gleich wieder halb links abbiegen und dem Weg etwas 400 m bis in die nahe Siedlung folgen. Dort links der Straße ein gut erhaltenes, gepflegtes Großsteingrab mit einer Info-Tafel. Es handelt sich um das mit 125 m längste Großsteingrab in Mecklenburg-Vorpommern. Es gibt keine Grabkammer, sondern lediglich eine trapezförmige Steineinfassung („Hünenbett“).

3. Hügelgräbergruppe Silberberg

Am Großsteingrab links abbiegen und 400 m in Richtung Süden fahren. Zur Rechten auf dem Acker ist in etwa 400 m Entfernung vom Weg eine nur teilweise erhaltene, baumbestandene Hügelgräbergruppe auf der Anhöhe „Silberberg“ sichtbar.

4. Hügelgrab Buchberg

Zurück nach Stralendorf und in Richtung Dümmer (L 42) weiterfahren. Rechts des Weges hinter dem Abzweig nach Zülow liegt auf dem Acker in etwa 500 m Entfernung auf dem „Buchberg“ ein weiteres, sehr gut erhaltenes Hügelgrab. Alternativ können Sie auch die schöne Allee mit parallelem Radweg 500 m in Richtung Zülow bis zum Recyclinghof fahren – von dort sehen sie sogar beide Hügelgräber von Zülow.

5. Hügelgrab Walsmühlen-Ausbau

Hinter dem letzten Haus von Walsmühlen-Ausbau rechts an der Straße in der Wiese ein kleines Hügelgrab (Infotafel) .

6. Steinhügelgrab und mittelalterliche Burganlage

Nach diesem Hügelgrab wird zur Linken ein großer Stall passiert. Kurz danach rechts in den Waldweg einbiegen (hölzerne Hinweisschilder nach Dümmerstück). Nach einigen hundert Metern hinter der Sudebrücke links im Wald ein kleines Steinhügelgrab (Infotafeln). Von hier zu Fuß dem ausgeschilderten Weg einige 100 m bis hinter eine weitere Brücke folgen. Dort befindet sich links eine mittelalterliche Burganlage (Infotafeln).

7. Langobardenfriedhof Dümmer Landschaft

Bis Dümmerstück Hof dem Weg folgen und dann links auf die Straße in Richtung Dümmer einbiegen. Am Ortseingang nach links abbiegen und durch das Dorf zur L 42 zurückkehren. Von Dümmer (Verpflegungsmöglichkeiten) fahren Sie auf dem Radweg entlang der L 42 weiter Richtung Parum. Am Straßenknick 1 km hinter dem letzten Hof rechts (Richtung Perlin) abbiegen. Dort gibt es den liebevoll gestalteten Landschaftsgarten „Dümmer Landschaft“ mit Informationen zu dem hier gefundenen „Langobardenfriedhof“, verkleinerten Nachbauten von Hügel- und Großsteingräbern sowie Hinweisen auf weitere Bodendenkmäler der Umgebung zu sehen.

8. Grabhügel Franzosenberg

In Parum die L 42 verlassen und geradeaus in das Dorf mit seiner sehenswerten Kirche fahren. Von hier wieder zurück zum Abzweig von der Hauptstraße fahren, nach rechts in die Straße „Gries Enn“ einbiegen und den Hinweisen nach Schossin (2,1 km) folgen. Gleich hinter dem Abzweig ins Dorf Schossin ist auf einer Anhöhe zur Linken der „Franzosenberg“, ein baumbestandener Grabhügel, sichtbar.

9. Hülseburg in Wittenburg

Vom Abzweig aus geradeaus weiter in Richtung Mühlenbeck (2,7 km). Dieses Dorf durchqueren und über Gammelin (1,5 km) Richtung Wittenburg fahren. Nach 3,3 km rechts nach Hülseburg abbiegen. Links von der Umzäunung der Wassergewinnungsanlage im Dorfzentrum in den ehemaligen Park gehen. Nach etwa 250 m erreichen Sie die Hülseburg, einen Turmhügel mit Graben. Die Mauerreste, möglicherweise sogar der Hügel selbst, sind jedoch nicht mittelalterlich, sondern wurden im 19. Jahrhundert als „künstliche Ruine“ angelegt.

10. Backsteinkirche St. Bartholomäus

Altstadt von Wittenburg (Foto: F. Ruchhöft)

Wittenburg, „Heinrichstein“ (Foto: F. Ruchhöft)

Wittenburg, Mauerturm (Foto: F. Ruchhöft)

Wittenburg, „Amtsberg“ (Foto: R. Schulze)

Wieder zurück zur Hauptstraße, diese überqueren und der Straße über Presek auf 5,2 km folgen. Vor der Brücke über die Autobahn rechts abbiegen und den ausgeschilderten Radweg über Wölzow bis nach Wittenburg nutzen (etwa 4 km). Über den Wölzower Weg, der Hagenower Chaussee und der Straße Steintor kommen Sie ins Zentrum (Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten; Fahrradwerkstatt) mit der frühgotischen Backsteinkirche St. Bartholomäus (Turm erst 1909 angefügt). Wertvollstes Ausstattungsstück ist eine bronzene Taufe von 1346. Neben dem Südportal steht der „Heinrichstein“. Die Inschrift über dem Kreuz besagt: O(BIIT) HEINRICUS COMES ORATE P(RO) EO („Es starb Graf Heinrich, betet für ihn“). Ursprünglich stand der Stein auf dem Feld zwischen Wittenburg und Waschow und erinnert vermutlich an den 1200 hier gefallenen Grafen von Ratzeburg. Die Altstadt ist von einer teilweise erhaltenen Stadtmauer mit Wallanlagen und Türmen umgeben. Der „Amtsberg“ in der Nordecke der Altstadt geht auf eine slawische Burg des 10. Jhs.zurück, deren durch die späteren Bauten überprägten Reste besonders an der Nord- und Ostseite des Burghügels vom angrenzenden Park aus deutlich sichtbar sind. Auf dem Amtsberg steht als letzter Rest der gräflich-schwerinschen Burg ein Torturm aus dem 14. Jahrhundert mit modernem Aufbau

11. Turmhügel mit Graben und Grabkapelle

Wittenburg durch die Straße „Mühlentor“ verlassen. Die Motelbrücke überqueren und der Straße noch knapp 400 m bis zum „Ziggelmarker Steig“ folgen. In diese Straße nach links einbiegen. Dem Weg 1,3 km bis Ziggelmark folgen. Hier links auf die Dorfstraße „Witttenburger Chaussee“ abbiegen. Dieser Straße folgen, die Autobahn überqueren und noch 2 km bis Lehsen weiterfahren. Am Ortseingang links in den Kapellensteig einbiegen. Nach 180 m auf der linken Seite ein gut erhaltener Turmhügel mit Graben und einer Grabkapelle aus dem 19. Jahrhundert

12. Turmhügel bei Wittenburg

Durch die baumbestandene, malerische Allee bis zur Dorfstraße. Links abbiegen und vor der Dorfgaststätte (Einkehrmöglichkeit) rechts in den Per­döhler Weg abbiegen. Nach 2,6 km links in den Radweg entlang Richtung Wittenburg abbiegen. Nach etwa 120 m links in ein kleines Wäldchen einbiegen. Entlang des Weges befinden sich gleich zwei gut erhaltene Turmhügel – der erste rechts am Anfang, der zweite am Ende des Waldstückes.

13. Spätromantische Feldsteinkirche

Den Wald verlassen, wieder rechts in den Radweg abbiegen und diesem auf 4,9 km durch Perdöhl bis Körchow folgen. Im Ortskern steht eine spätromanische Feldsteinkirche, eine der ältesten Bauten der Region. Direkt nach dem letzten Haus von Körchow links abbiegen. Am Ende dieses Weges ist ein gut erhaltener, baumbestandener Turmhügel sichtbar.

14. Altstadt von Hagenow

Von Körchow weiter nach Setzin (3,6 km). Dort links in die Obstbaumallee in Richtung Toddin einbiegen (3,5 km). In Toddin die Hauptstraße überqueren und dem ausgeschilderten Radweg durch den Wald in Richtung Steegen (3,1 km) folgen. In Steegen links auf den Radweg entlang der Hauptstrasse einbiegen und weiter nach Hagenow (3 km) fahren. Hagenow besitzt eine ungewöhnlich lang gestreckte Altstadt, letztes Zeugnis der dörflichen Anfänge des erst in der 2. Hälfte des 14. Jhs. zur Stadt gewordenen Ortes. Im Turmunterbau der neugotischen Kirche sind Reste des mittelalterlichen Vorgängerbaus erhalten. Archäologische Zeugnisse der reichen Vorgeschichte der Umgebung, u. a. aus germanischen Urnengräbern mit bemerkenswertem römischen Import, sind im Museum der Stadt ausgestellt. In der Hagenstraße 48, die 1828 erbaute ehemalige Synagoge mit Res­ten des Thora-Schreins und der Mikwe (Kultbad), gibt es eine Ausstellung zur Geschichte der Juden in Westmecklenburg. Gegenüber der Synagoge den Durchgang zum Schützenpark nehmen und diesen bis zur Kreuzung Königstraße/Parkstraße durchqueren. Nach links auf die Parkstraße abbiegen und dieser 250 m bis zum Bahnhof Hagenow (Ziel/Rückfahrt nach Schwerin) folgen.

Diese Exkursion haben die Archäologische Gesellschaft für Mecklenburg und Vorpommern und das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege mit Unterstützung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern erarbeitet.

© Archäologische Gesellschaft für Mecklenburg und Vorpommern