Rund um die Jabelheide (Fahrradtour)2018-08-31T11:04:08+00:00

Exkursion – Rund um die Jabelheide (Fahrradtour)

Archäologische Gesellschaft für Mecklenburg und Vorpommern e. V.

Rund um die Jabelheide

Fahrradtour

Gesamtstrecke: 64 km

Start/Ziel: Lübtheen (Anfahrt über die B5)
Unterkunfts- und Verpflegungsmöglichkeiten unter anderem Lübtheen, Vielank und Glaisin.

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1. Alt Jabel

In Lübtheen (Fahrradverleih, -reparatur) das Auto parken oder vom Bahnhof Pritzier (Strecke Hamburg-Schwerin) den Radweg (7 km) über Quassel nach Lübtheen fahren. Von Lübtheen am Einkaufszentrum den Radweg in südliche Richtung Süden nach Jessenitz fahren (3,6 km). In Jessenitz die Hauptstraße überqueren und geradeaus über Volzrade nach Vielank (5,1 km) fahren. In Vielank gleich am Ortseingang nach links in den Radwanderweg in Richtung Alt Jabel (2,2 km) einbiegen.

2. Kirchenruine und Burgwall in Alt Jabel

Fotos: Rolf Schulze

Alt Jabel war der Mittelpunkt der dünn besiedelten Jabelheide, ein Rückzugsgebiet slawischer Bevölkerung, die ihre Sprache noch bis ins 16. Jahrhundert hinein bewahren konnten. In Alt Jabel steht die Ruine einer um 1500 errichteten Kirche mit altem Friedhof. In der Mauer befindet sich der sogenannte slawische Opferstein, vermutlich aber eher ein Weihwasserbecken aus katholischer Zeit. Neben der Ruine befindet sich eine große neugotische Kirche vom Beginn des 20. Jahrhunderts. In der Nähe der Kirche findet man ein sehenswertes Museum. Ein westlich dieser Kirche gelegener Hügelzug wird als Rest eines slawischen Burgwalles angesehen, doch handelt es sich in Wahrheit um eine Binnendüne. Solche Dünen sind in den Wäldern der Region häufig anzutreffen.

3. Bauernhaus von 1651

In Alt Jabel die Jahnstraße in Richtung Tewswoos nehmen. Nach 1,7 km links in Richtung Hohen Woos abbiegen. In Hohen Woos rechts abbiegen und dem Radweg bis zum Töpferhof Hohen Woos folgen (2,5 km).
Am Töpferhof Hohen Woos nach links auf die Hauptstraße in Richtung Laupin fahren (2,2 km). In Laupin steht rechts der Straße etwa in Dorfmitte das älteste Bauernhaus Mecklenburgs von 1651 (Privatbesitz).

4. Archäologische Hinterlassenschaften

Am Ende des Dorfes nach rechts in den für Kraftfahrzeuge gesperrten Weg einbiegen. Nach 2,2 km nach links abbiegen und weitere 2,5 km durch die stille und weitläufige Rögnitzniederung fahren. Am Ende des Weges rechts nach Menkendorf (1,3 km) abbiegen. Einige hundert Meter hinter einer scharfen Linkskurve steht zur Linken ein Trafohaus mit künstlerischen Darstellungen archäologischer Hinterlassenschaften der Slawen: Ein Burgwall mit Vorburgsiedlung, ein Gefäß Menkendorfer Art sowie eine Götterstatue sind von der Straße aus sichtbar.

5. Burgwall Menkendorf

Im Zentrum von Menkendorf nach links den Schildern zum Burgwall folgen, der nach 1 km erreicht wird. Der Burgwall Menkendorf (Beschilderung) nördlich des gleichnamigen Ortes zählt zu den am besten erhaltenen Burgwällen des Bundeslandes. Die Anlage hat einen Umfang von etwa 300 m, ist annähernd kreisrund und besaß ursprünglich eine Holz-Erde-Mauer. Die noch sichtbare Wallschüttung diente als Füllung im Inneren der Holzkonstruktion. Der Burgwall gehört in die Reihe der typisch slawischen Ringwälle, die im 9. und 10. Jahrhundert östlich der Elbe in großer Zahl errichtet wurden.

6. Glaisin, Hügelgrab

Foto: F. Ruchhöft

Vom Burgwall zurück zur Hauptstraße fahren und links in den Bresegarder Weg abbiegen. Diesem Weg folgen, bis nach 1,2 km ein für Kraftfahrzeuge gesperrter Waldweg (Schranke) nach links abzweigt. Diesem Weg 2 km durch den Wald folgen. Hinter der nächsten Schranke links und gleich wieder rechts abbiegen. Nach 600 m erneut rechts auf den Fahrweg abbiegen und diesem 700 m bis zum Hinweisschild „Hünengrab“ folgen.
Das Fahrrad stehenlassen und den Hinweisen (richtig: „Hügelgrab“) bis zum gut erhaltenen, vermutlich bronzezeitlichem Hügelgrab auf der Anhöhe folgen.

7. Glaisin, Ribeburg

Foto: F. Ruchhöft

Dem Fahrweg weiter folgen. Nach 200 m nach links abbiegen (Holzschild „Riebeburg“). Am Ende des Weges nach 600 m erneut nach links abbiegen. Folgen Sie der Straße 100 m bis zum Feldgehölz mit der „Ribeburg“ auf der rechten Seite. Die Ribeburg (Infotafel) ist eine komplexe Anlage mit einem Burghügel mit Ringgraben im Westen und drei Vorwällen im Osten. 1298 wurde sie als Raubnest zerstört. Die Anlage kann vom Weg aus über die Wiese gut eingesehen werden.

8. Rennofen in Göhlen

Foto: F. Ruchhöft

Fahren Sie zurück zum Abzweig und weiter nach Glaisin. Dort gibt es einen historischen Forsthof, sehenswerte Häuser aus Raseneisenstein (hier „Klump“ genannt), sowie das Museum des Heimatschriftstellers Johannes Gillhoff. Biegen Sie an der zentralen Kreuzung nach links in Richtung Göhlen ab (3,5 km). In Göhlen nutzen Sie rechts die Hauptstraße in Richtung Kummer (den Hinweisschildern „Rennofen“ folgen). Am Ortsende steht rechts der Straße ein rekonstruierter Rennofen der Völkerwanderungszeit in einem Glaskasten. Hier können Sie sehen, wie in dieser Gegend vor 1600 Jahren aus dem „Klump“ (Raseneisenstein) Eisen gewonnen wurde.

9. Eisenverhüttungsplätze „Krasnitzer Berg“

Fahren Sie zurück bis ans südliche Dorfende und biegen Sie nach rechts in den „Postweg“ ab. Nach 1 km erreichen Sie auf dem „Krasnitzer Berg“ die Fundstelle von Eisenverhüttungsplätzen des 4./5. Jahrhundert n. Chr. Eine ausführliche Infotafel gibt Auskunft darüber.

10. Burghügel „Der Heller“

Folgen Sie dem Weg durch den Wald bis Krenzliner Hütte (2,7 km). Biegen Sie rechts ab in Richtung Alt Krenzlin (1 km). Dort folgen Sie nicht der Hauptstraße nach rechts, sondern fahren geradeaus ins Dorf und biegen dann gleich links ab über den „Lindenplatz“ in den „Belscher Weg“. Diesem Weg folgen Sie bis in das Dorf Belsch (7,3 km). In Belsch biegen Sie rechts ab (Schilder nach Redefin) und fahren bis Redefin mit seinem bekannten und sehenswerten Landgestüt. Nach 2,1 km biegen Sie links ab in die Straße „Am Heller“. Nach 500 m erreichen Sie die Burganlage „Heller“ (Infotafeln). Sie wurde im beginnenden 14. Jahrhundert urkundlich erwähnt und nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges aufgegeben.

Wenn Sie dem Weg „Am Heller“ weiter folgen, erreichen Sie das Landgestüt. Von dort fahren Sie den gleichen Weg zurück nach Belsch und biegen dort nach rechts auf die Dorfstraße ab. Folgen Sie der Straße über Lübbendorf bis zum Abzweig nach Gößlow (5,5 km). Ab hier gibt es einen separaten Radweg neben der Straße. Folgen Sie diesem bis zu Ihrem Ausgangspunkt Lübtheen (4 km).

Diese Exkursion haben die Archäologische Gesellschaft für Mecklenburg und Vorpommern und das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege mit Unterstützung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern erarbeitet.

© Archäologische Gesellschaft für Mecklenburg und Vorpommern