Rund um die Jabelheide (Autotour)2018-08-30T16:48:04+00:00

Exkursion – Rund um die Jabelheide (Autotour)

Archäologische Gesellschaft für Mecklenburg und Vorpommern e. V.

Rund um die Jabelheide

Autotour

Gesamtstrecke: 80 km

Start/Ziel: Lübtheen (Anfahrt über die B5)
zwischen Ludwigslust und Boizenburg)
Unterkunfts- und Verpflegungsmöglichkeiten u. a. Lübtheen, Vielank und Glaisin.

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1. Alt Jabel

Von Lübtheen 4 km in Richtung Kaarßen bis Jessenitz fahren. Hier nach links in Richtung Dömitz abbiegen. Vielank durchqueren und weiter bis Neu Jabel (7,4 km) fahren. Links abbiegen in Richtung Alt Jabel (2,8 km).

2. Kirchenruine und Burgwall in Alt Jabel

Fotos: Rolf Schulze

Alt Jabel war der Mittelpunkt der dünn besiedelten Jabelheide, ein Rückzugsgebiet slawischer Bevölkerung, die ihre Sprache noch bis ins 16. Jahrhundert hinein bewahren konnten. In Alt Jabel steht die Ruine einer um 1500 errichteten Kirche mit altem Friedhof. In der Mauer befindet sich der sogenannte slawische Opferstein, vermutlich aber eher ein Weihwasserbecken aus katholischer Zeit. Neben der Ruine steht eine große neugotische Kirche (1908). In der Nähe der Kirche findet man ein sehenswertes Museum. Ein westlich dieser Kirche gelegener Hügelzug wird als Rest eines slawischen Burgwalles angesehen, doch handelt es sich in Wahrheit um eine Binnendüne. Solche vermutlich neuzeitlichen Dünen sind in den Wäldern der Region häufig anzutreffen.

3. Bauernhaus von 1651

In Alt Jabel die Jahnstraße in Richtung Tewswoos nehmen (3,5 km). Links in Richtung Leussow (8,3 km) abbiegen. Am Weg nach Leussow steht in Laupin etwa in Dorfmitte rechts der Straße das älteste Bauernhaus Mecklenburgs von 1651 (Privatbesitz).

4. Archäologische Hinterlassenschaften

In Leussow nach rechts in Richtung Malliß/Grebs abbiegen. Nach 3,3 km erreichen Sie Menkendorf. Einige hundert Meter hinter einer scharfen Linkskurve befindet sich zur Linken ein Trafohaus mit künstlerischen Darstellungen archäologischer Hinterlassenschaften der Slawen: Ein Burgwall mit Vorburgsiedlung, ein Gefäß Menkendorfer Art sowie eine Götterstatue sind von der Straße aus sichtbar.

5. Burgwall Menkendorf

Im Zentrum von Menkendorf nach links den Schildern zum Burgwall folgen, der nach 1 km erreicht wird. Der Burgwall Menkendorf (Beschilderung) nördlich des gleichnamigen Ortes zählt zu den am besten erhaltenen Burgwällen des Bundeslandes. Die Anlage hat einen Umfang von etwa 300 m, ist annähernd kreisrund und besaß ursprünglich eine Holz-Erde-Mauer. Die heute noch sichtbare Wallschüttung diente als Füllung im Inneren der Holzkonstruktion. Der Burgwall gehört in die Reihe der typisch slawischen Ringwälle, die in der 2. Hälfte des 9. und im 10. Jahrhundert in großer Zahl östlich der Elbe errichtet wurden. Die Vermutung, diese Burg sei im Jahr 809 n. Chr. von den Franken unter Karl dem Großen erobert und zerstört worden, musste die Forschung inzwischen korrigieren. Da der Wall in einem unzugänglichen Sumpfgebiet lag, wurden seine Überreste in den folgenden Jahrhunderten nicht abgetragen und blieben erhalten.

6. Glaisin, Hügelgrab

Foto: F. Ruchhöft

Vom Burgwall wieder zurück zur Hauptstraße und geradeaus weiter bis Grebs (2,1 km) fahren. Grebs entlang der Vorfahrtsstraße durchqueren und an der Gaststätte links in die „Lindenstraße“ abbiegen und weiter bis Bresegard (4,4 km). Von Bresegard fahren Sie weiter nach Glaisin. Hier am Museum links in den schmalen Weg einbiegen und diesem bis zum Hinweisschild „Hünengrab“ folgen. Das Auto stehenlassen und den Hinweisen (richtig müsste es „Hügelgrab“ heißen) bis zum gut erhaltenen Hügelgrab auf der Anhöhe folgen. Das beeindruckende Grab, welches noch heute weithin sichtbar ist, entstand vermutlich in der Bronzezeit.

7. Glaisin, Mauer aus Raseneisenerz & Ribeburg

Fotos: F. Ruchhöft

Zurück nach Glaisin fahren. In Glaisin gibt es einen historischen Forsthof, mehrere sehenswerte Häuser aus Raseneisenstein (hier „Klump“ genannt), sowie das Museum des Heimatschriftstellers Johannes Gillhoff. Biegen Sie am Museum links ab in die Lindenstraße und an der zentralen Kreuzung wieder links ab in Richtung Klein Krams. Folgen Sie der Straße 1,1 km bis zum Feldgehölz mit der „Ribeburg“ auf der rechten Seite.
Die Ribeburg (Infotafel) ist eine komplexe Anlage mit einem Burghügel mit Ringgraben im Westen und drei Vorwällen im Osten. 1298 wurde sie als Raubnest zerstört. Die Anlage kann vom Weg aus über die Wiese gut eingesehen werden. Ein Betreten ist jedoch nur ratsam, wenn die Wiese trocken und nicht eingezäunt ist.

8. Eisenverhüttungsplätze „Krasnitzer Berg“

Fahren Sie wieder zurück nach Glaisin und biegen Sie an der zentralen Kreuzung nach links ab in Richtung Göhlen (2,7 km). Fahren Sie bis ins Dorfzentrum und biegen Sie nach links in den „Postweg“ ab. Nach 1 km erreichen Sie auf dem „Krasnitzer Berg“ die Fundstätte von Eisenverhüttungsplätzen des 4./5. Jahrhundert n. Chr. Eine ausführliche Infotafel gibt Auskunft darüber.

9. Rennofen der Völkerwanderungszeit, Kummer

Fahren Sie zurück nach Göhlen und dann auf die Hauptstraße in Richtung Kummer (den Hinweisschildern „Rennofen“ folgen). Am Ortsende steht rechts der Straße ein rekonstruierter Rennofen der Völkerwanderungszeit in einem Glaskasten. Hier können Sie sehen, wie in dieser Gegend vor 1600 Jahren aus dem „Klump“ (Raseneisenstein) Eisen gewonnen wurde.

10. Burghügel „Der Heller“

Folgen Sie der Straße in Richtung Kummer/B 5, biegen Sie nach 2,2 km nach links auf die B 5 ab und folgen dieser 12,5 km bis Redefin mit seinem bekannten und sehenswerten Landgestüt. Im Ort nach links in Richtung Belsch abbiegen und nach etwa 250 m am kleinen Parkplatz nach rechts in die alte Allee „Am Heller“ zum Gestüt einbiegen.
Etwa 150 m vor dem Parkgelände des Gestütes unmittelbar links des Weges hinter den letzten Häusern befindet sich der große Burghügel „Der Heller“ mit Ringgraben (Beschilderung). 1306 eroberten die Grafen von Schwerin, die Markgrafen von Brandenburg sowie der Herzog von Braunschweig und Lüneburg die Burg, auf der später die Familie von Pentz saß. Nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges wurde die Burg aufgegeben. Die Innenbebauung der kreisrunden Anlage bestand wahrscheinlich aus einem turmartigen Wohn- sowie Wirtschaftsgebäuden.

Wenn Sie dem Weg „Am Heller“ weiter folgen, erreichen Sie das Landgestüt. Von dort fahren Sie den gleichen Weg zurück, biegen rechts in Richtung Belsch (2,1 km) ab und dort wieder nach rechts auf die Dorfstraße ab. Folgen Sie der Straße über Lübbendorf bis zum Abzweig nach Gößlow und weiter bis zu Ihrem Ausgangspunkt Lübtheen (9,5 km).

Diese Exkursion haben die Archäologische Gesellschaft für Mecklenburg und Vorpommern und das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege mit Unterstützung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern erarbeitet.

© Archäologische Gesellschaft für Mecklenburg und Vorpommern