Burgentour durch die Griese Gegend2018-08-31T11:42:13+00:00

Exkursion – Burgentour durch die Griese Gegend

Archäologische Gesellschaft für Mecklenburg und Vorpommern e. V.

Burgentour durch die Griese Gegend

Gesamtstrecke: 95 km (Tagestour mit dem Auto)

Start/Ziel: Ludwigsburg / Neustadt Glewe
Meist gut ausgebaute befestigte Straßen, lediglich zwischen Krenzlin und Malliß streckenweise etwas holprig.

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1. Schloss Ludwigslust

Foto: F. Ruchhöft

Als Startpunkt empfiehlt sich die einstige Residenzstadt Ludwigslust mit ihrem sehenswerten Schloss, das in der Zeit von 1772–1777 anstelle eines älteren Jagdhauses erbaut wurde. Außergewöhnlich ist die Innenausstattung aus dem preiswerteren „Ludwigsluster Carton“ (Pappmaché) anstelle von Marmor und Gold.

2. Burgstelle „Der Heller“ bei Redefin

Foto: F. Ruchhöft

Fahren Sie von Ludwigslust aus auf der B 5 in Richtung Hamburg/Boizenburg, erreichen Sie nach 20 km Redefin mit seinem sehenswerten Landgestüt. Im Ort nach links in Richtung Belsch abbiegen und nach gut 250 m am kleinen Parkplatz nach rechts in die Allee „Am Heller“ zum Gestüt einbiegen. Etwa 150 m vor dem Parkgelände des Gestütes unmittelbar links des Weges hinter den letzten Häusern befindet sich die große, unübersehbare Burgstelle („Der Heller“) mit Ringgraben (Beschilderung). 1306 gehörte sie dem sächsischen Ritter Hermann Ribe, später der in der Gegend ansässigen Familie von Pentz. Nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges wurde die Burg aufgegeben. Die Innenbebauung der kreisrunden Anlage bestand wahrscheinlich aus einem mehrstöckigen Wohnturm und einem Wohn- und Wirtschaftsgebäude.

3. Die „Rideburg“ bei Glaisin

Foto: F. Ruchhöft

Von Redefin fahren Sie auf der B 5 wieder 7 km zurück bis zum Abzweig nach Alt Krenzlin, wo Sie rechts abbiegen, Alt Krenzlin durchfahren und der Straße durch Krenzliner Hütte folgen. Am Ortsausgang von Krenzliner Hütte nach links in Richtung Klein Krams abbiegen und der Straße in Richtung Glaisin folgen. Nachdem Sie die Rögnitz überquert haben, wird zur Linken die „Ribeburg“ in einem Waldstück sichtbar. Die Ribeburg ist eine komplexe Anlage aus einem Burghügel mit Ringgraben im Westen und einer Vorburg mit drei Wällen im Osten. Auch sie gehörte dem Ritter Herrmann Ribe, der sie in den 1290er Jahren nutzte. Die Anlage ist vom Weg aus über die Wiese gut einsehbar, ein Betreten ist jedoch nur ratsam, wenn die Wiese trocken und nicht eingezäunt ist. In Glaisin sind ein historischer Forsthof, mehrere Häuser aus Raseneisenstein (hier „Klump“ genannt) sowie das Museum des Heimatschriftstellers Johannes Gillhoff sehenswert. Zur Weiterfahrt biegen Sie an der zentralen Kreuzung rechts ab in Richtung Bresegard/Eldena und folgen der Straße.

4. Grebs, slawischer Burgwall

Foto: F. Ruchhöft

Nach 3,6 km erreichen Sie Bresegard, wo Sie geradeaus in Richtung Karenz/Malliß weiterfahren und nach einer Rechtskurve die Ortschaft Grebs erreichen. Dort folgen Sie der Beschilderung in Richtung „Burgwall“. Der Burgwall Menkendorf (Beschilderung) etwa 1 km nördlich des gleichnamigen Ortes zählt zu den am besten erhaltenen Burgwällen des Bundeslandes. Die Anlage hat einen Umfang von etwa 300 m, ist annähernd kreisrund und war als Holz-Erde-Befestigung ausgeführt. Da der Wall (spätes 9./10. Jahrhundert) in einem unzugänglichen Sumpfgebiet lag, wurde er in den folgenden Jahrhunderten nicht abgetragen. So ist er auch heute noch ein eindrucksvolles Zeugnis des Befestigungsbaus der Slawen.

5. Dömitz, Festung

Fotos: F. Ruchhöft

Fahren Sie von Menkendorf zurück nach Grebs und dort geradeaus in Richtung Conow/Malliß. In Malliß biegen Sie rechts ab auf die B 191. Nach etwa 9 km biegen Sie links ab in Richtung Dömitz. Dort folgen Sie den Hinweisschildern zum Parkplatz der Festung Dömitz. Die Festung wurde in den Jahren von 1559 bis 1565 im Auftrag des Herzogs Johann Albrecht I. von Mecklenburg von italienischen Baumeistern an Stelle einer mittelalterlichen Burg erbaut. Sie betreten die Festung über die 2011 errichtete Replik einer Zugbrücke von 1865, von der einige Originalteile in einer Kammer rechts vom Zugangstunnel besichtigt werden können. Im Unterschied zu einer Burg ist die Festung für eine Verteidigung mit Hilfe von Artillerie – und gegen Artillerie – ausgelegt. Das Kommandantenhaus mit dem darin untergebrachten Museum sowie einige der Kasematten und Bastionen sind öffentlich zugänglich (Mai bis Oktober Di–Fr 09.00–17.00 Uhr, Sa/So/Feier­tag 10.00–18.00 Uhr; November bis April Di–So 12.00–16.00 Uhr). Das Kommandatenhaus besteht im Kern aus dem Wohnturm (linker Gebäudeteil) und dem Torhaus (rechts) der mittelalterlichen Burg. Das gotische rauten­förmige Ziermauerwerk sowie Bogen und Torangel des zugemauerten ehemaligen Burgtores sind noch deutlich zu erkennen.

6. Grabow, Burghügel

Von Dömitz aus fahren Sie auf der B 191 wieder zurück in Richtung Ludwigslust. In Neu Karstädt biegen Sie rechts ab in Richtung Grabow, das sie nach 6 km erreichen. Fahren Sie in die Altstadt und parken Sie auf dem ausgeschilderten Parkplatz „Schlossbahn“. Von den einstigen Befestigungsanlagen in Grabow ist noch der Burghügel neben dem Parkplatz „Schlossbahn“ sichtbar. Er geht auf einen 1186 erwähnten Burgwall zurück. Die Burg wurde im 17. Jahrhundert zu einem Schloss ausgebaut. Dieses Schloss brannte am 3. Juni 1725 zusammen mit einem Großteil der Stadt ab. Heute wird der Burghügel durch einen künstlich angelegten Eldearm durchschnitten und befindet sich in Privatbesitz. Er kann aber vom anderen Ufer der Elde eingesehen werden und wirkt mit seinem alten Baumbestand sehr malerisch. Einen Besuch wert ist das Grabower Museum mit Informationen zum Schloss und zur Stadtgeschichte (geöffnet Di/Fr 09.00–11.00 Uhr; Mi/So/Feiertag 14.00–16.00 Uhr). Sehenswert ist die Altstadt mit ihrem geschlossenen Fachwerk-Stadtbild, das auf den Wiederaufbau nach dem Stadtbrand von 1725 zurückgeht. Das älteste Wohnhaus (Steindamm 52), 1702 erbaut, überstand den Brand. Die gotische StadtkircheSt. Georg (Chor vor 1291, Langhaus 14. Jahrhundert, Turm 15. Jahrhundert) wurde 1725 stark beschädigt, woraufhin die Gewölbe durch eine Flachdecke ersetzt wurden.

7. Neustadt-Glewe, Burg

Foto: R. Schulze

Fahren Sie von Grabow aus in Richtung Groß Laasch und von dort weiter nach Neustadt-Glewe. Im Südwesten der Altstadt können Sie unterhalb der Burg parken. Die mittelalterliche Burg von Neustadt-Glewe, ebenfalls auf einer Eldeinsel gelegen, wurde Mitte des 13. Jahrhunderts unter den Grafen von Schwerin errichtet und ist eine der am besten erhaltenen Burganlagen Mecklenburgs. Sie geht auf eine hölzerne Turmhügelburg zurück, deren Reste archäologisch ergraben wurden. Um 1450 wurde an ihrer Stelle eine Rechteckanlage erbaut, die um 1500 nochmals umgebaut wurde. Heute befindet sich hier unter anderem das Museum der Stadt. Zu sehen ist als besondere Kostbarkeit die „Hofstube“ mit mittelalterlichen Malereien und Warmluftheizung (geöffnet Mai bis Oktober Mo–Fr 10.00–17.00 Uhr; Sa/So/Feiertag 10.00–16.00 Uhr; November bis April Mo–Fr 10.00–16.00 Uhr; Sa/So/Feiertag 14.00–17.00 Uhr).

8. Neustadt-Glewe, Neues Schloß

Foto: R. Schulze

Gegenüber der Zufahrt zur Burg befindet sich an der Hauptstraße von Neustadt-Glewe das „Neue Schloss“. Es wurde 1618/19 im Stil der Spätrenaissance begonnen, aber nicht vollendet. Erst 1711–1717 wurde es im niederländischen Barockstil fertig gestellt und 1725 von Christian Ludwig II. bezogen, nachdem dessen altes Schloss in Grabow abgebrannt war. Sehenswert sind die vom heutigen Schlossrestaurant aus sichtbaren Stuckdecken. Von Neustadt-Glewe erreichen Sie über die B 191 nach 10 km wieder Ihren Ausgangspunkt Ludwigslust.

Diese Exkursion haben die Archäologische Gesellschaft für Mecklenburg und Vorpommern und das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege mit Unterstützung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern erarbeitet.

© Archäologische Gesellschaft für Mecklenburg und Vorpommern