Sehenswerte Ziele auf der Halbinsel Wittow2017-05-12T10:20:48+00:00

Exkursion – Sehenswerte Ziele auf der Halbinsel Wittow

Archäologische Gesellschaft für Mecklenburg und Vorpommern e. V.

Wanderung Wittow

Radwanderung (Tagestour)

Gesamtstrecke: 30 km

Start/Ziel: Juliusruh (alternativ Altenkirchen)

Streckeninformation: befestigte, teilweise auch naturbelassene Radwege, zwischen Altenkirchen und Juliusruh ein Radweg an der L30 vorhanden. Überwiegend gut ausgeschilderte Strecken.

Anfahrt: über die B96

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1. Großsteingrab Nobbin

Großsteingrab Nobbin aus der Luft (Foto: F. Ruchhöft)

Ein imposantes, mehr als 30 m langes Hünenbett mit zwei Kammern und über 2 m hohen Wächtersteinen an der Südseite. Sitzgelegenheit, gelegen unmittelbar über dem Steilufer der Tromper Wiek.

2. Fischerdorf Vitt

Fischerdorf Vitt aus der Luft (Foto: F. Ruchhöft)

Im Dorf, errichtet in einer schmalen Uferschlucht („Liete“), zahlreiche kleine Fischerhäuser mit Krüppelwalmdächern. Ursprünglich eine zur Heringsfangzeit genutzte Siedlung „Vitte“. Oberhalb des Dorfes liegt eine Kapelle, ein achteckiger Bau, erbaut 1806 im Auftrag des Altenkirchener Propstes Ludwig Theobul Kosegarten und 1816 geweiht.

3. Kap Arkona

Leuchttürme am Kap Arkona (Foto: F. Ruchhöft)

Stelle der Tempelburg Arkona, deren Swantevit-Standbild im Jahr 1168 durch die Dänen unter König Waldemar I. und Bischof Absalon zerstört wurde. Zahlreiche archäologische Ausgrabungen fanden in der von Küstenabbruch gefährdeten Innenfläche statt, zuletzt 1997–2005. Dabei wurden zahlreiche Belege für Opferhandlungen aufgedeckt, darunter mit Steinen gefüllte Gruben mit wertvollen Einzelfunden wie Waffen, Schmuck und Münzen, zum Teil skandinavischer oder orientalischer Herkunft, aber auch Menschenknochen. Die ältesten Funde kamen in der Mitte des 9. Jahrhunderts in den Boden, lange vor der ersten schriftlichen Erwähnung. Arkona gehörte zu den wichtigsten Heiligtümern der westlichen Slawen. Der Standort des Tempels ist unlängst ins Meer gestürzt.

Der neben dem Wall stehende Peilturm war Teil der militärischen Nutzung des Areals. In den Sommermonaten befinden sich dort eine Verkaufsausstellung für Edelsteine und Schmuck sowie eine Schmuckwerkstatt.

500 m westlich des Walles befinden sich die beiden Leuchttürme des Kaps. Der ältere wurde 1826–1829 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel erbaut und nach dem Bau des zweiten 1901/02 außer Dienst gestellt. Besichtigungen sind möglich. Auf dem Gelände befinden sich Marinebunker und eine Seenotrettungsstation (Ende 19. Jahrhundert).

4. Kreptitzer Heide

Westlich von Kreptitz befindet sich das etwa 100 Hektar große Naturschutzgebiet „Kreptitzer Heide“, ein interessantes Heide- und Dünengelände mit ausgeprägter Magerrasenvegetation und seltenen Tieren.

5. Großsteingrab von Starrvitz

Großsteingrab von Starrvitz (Foto: F. Ruchhöft)

Es handelt sich um ein ähnlich großes Hünenbett wie Nobbin, erschließt sich aber aufgrund seines unberührten Charakters erst auf den zweiten Blick.

6. Altenkirchen

Kirche in Altenkirchen (Foto: F. Ruchhöft)

Kirche: Um 1250/60 errichtete romanische Basilika mit Chorquadrat und Apsis nach dänischem Vorbild. Umbau des Kirchenschiffes im 15. Jahrhundert. An Chor und Apsis aufwändig gestaltete Friese und plastische Darstellungen. An der Chorsüdwand neben der Priesterpforte zahlreiche eingeritzte Hausmarken (in der Südvorhalle). Die Sakristei auf der Nordseite und die Vorhalle an der Südseite nachträglich angebaut. Ausstattung: Altaraufsatz von 1724, spätromanische Fünte aus Kalkstein, Taufengel (1730), Kanzel (1861), Orgel (Mitte 18. Jahrhundert, Emporen (1750), Beichtstuhl (1730) und ein Kruzifix (Ende 14. Jahrhundert).

Kirchhof: Freistehender spätmittelalterlicher Glockenstuhl, Grabwangen mit Schiffsdarstellungen (18. und 19. Jahrhundert), neben der Kirche das Grab des Propstes und Professors Ludwig Gotthard „Theobul“ Kosegarten (1758–1818).

Bildstein: In der Ostwand des Kirchenschiffes, im Bauteil des 14. Jahrhunderts liegend eingemauert ein Bildstein, der sogenannte Svantewitstein aus Granit (1,18 x 0,68 m), Relief eines Mannes mit Kinn- und Knebelbart und einem Füllhorn in der Hand.

Dorf: Meist eingeschossige, verputzte Backsteingebäude mit Krüppelwalmdach, einige verzierte Haustüren, weilerartige Anordnung.

7. Juliusruh

Auf der rechten Seite gegenüber Juliusruh befinden sich Reste eines Parks. Er wurde 1795/96 von Julius Christoph von der Lancken auf Lanckensburg und Presenske teils als englischer Landschaftspark, teils strengen französischen Stil gestaltet. Seit 1895 diente er als Park des Badeortes. Erhalten sind eine Lindenallee und eine quadratische Insel in der Mitte, auf einem Platz im Norden steht ein Gedenkstein.

Diese Exkursion haben die Archäologische Gesellschaft für Mecklenburg und Vorpommern und das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege mit Unterstützung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern erarbeitet.

© Archäologische Gesellschaft für Mecklenburg und Vorpommern